Sitzung: 03.06.2026 Gemeinderat
Sachverhalt:
1. Bgm. Wöber informiert, dass am Montag den 18.05.2026 eine
routinemäßige Mikrobiologische Untersuchung an den Messtellen im Ortsnetz
Schneeberg, Hambrunn und Zittenfelden durchgeführt wurde. Am 21.05.2026 kamen
die Befunde mit dem Hinweis auf einen bakteriellen Befund in Schneeberg
(Messstelle Rathaus). Hambrunn und Zittenfelden waren ohne Befund.
Es wurde umgehend das Gesundheitsamt Miltenberg informiert. Es kam zu
einem sofortigen Meeting im Rathaus mit Frau Dr. Rückert und Herrn Gareus vom
Gesundheitsamt sowie dem Wassermeister der Stadtwerke Buchen, Herrn Emrich und
dem Bürgermeister. Es wurde seitens des Gesundheitsamtes eine Warnung mit
Abkochgebot über die Katastrophen Warnapps veranlasst und von der Gemeinde
wurde dies auf der Homepage, Facebook, WhatsApp und über die App der Odenwaldallianz
veröffentlicht. Zudem erfolgte eine sofortige schriftliche Mitteilung an den Kindergarten
in der Marktstraße und im Dorfwiesenhaus, ortsansässige Praxen, Lebensmittelgeschäft
Nah+Gut, Döner-Imbiss sowie ein Aushang an den Bekanntmachungstafeln der
Marktgemeinde.
Es wurde als Maßnahme eine mikrobiologische Überprüfung aller Messtellen
von Brunnen über Wasserwerk, Hochbehälter und Ortsentnahmestellen für drei
darauffolgende Tage, beginnend am Freitag 22.05.2026 angeordnet. Sofort wurden
von uns noch am 21.05.2026 Spülungen im Ortsnetz durchgeführt.
Am 26.05.2026, bedingt durch die Pfingstfeiertage, erhielten wir das
Ergebnis der Untersuchungen vom 22.05.26 und vom 23.05.26.
Das Ergebnis vom 22.05.26 zeigte einen bakteriellen Befund im
Hochbehälter Schneeberg, alle anderen Messstellen Ortsnetze Schneeberg,
Hambrunn und Zittenfelden waren ohne Befund.
Das Ergebnis vom 23.05.26 zeigte an allen Messstellen also auch im
Hochbehälter Schneeberg keinen Befund an.
Am 27.05.26 erhielten wir das Ergebnis vom 24.05.26
Das Ergebnis vom 24.05.26 zeigte wieder einen bakteriellen Befund am
Hochbehälter Schneeberg, alle anderen Messstellen Ortsnetze Schneeberg,
Hambrunn und Zittenfelden waren ohne Befund.
Daraufhin fand ein weiteres Treffen mit Frau Dr. Rückert, Herrn Gareus,
Herrn Emrich und dem Bürgermeister am 27.05.26 in der Früh statt. Es wurden die
Hochbehälter Schneeberg, Hambrunn und Zittenfelden sowie das Wasserwerk
besichtigt, um diese zu begutachten. Es konnten keine offensichtlichen Mängel
festgestellt werden und es wurde daher ein weiterer Maßnahmenplan erstellt.
Zusätzlich wurde seitens der Regierung von Unterfranken eine Trübungsmessung
von allen Messstellen angefordert.
Allgemeines:
- Am 27.05.2026 erfolgte eine erneute
Ortsbesichtigung (Bürgermeister, Wasserwart, Gesundheitsamt). Es konnten
weiterhin keine eindeutigen Eintragsquellen festgestellt werden.
Rohwasserseitig besteht ein leichter Schnakenbefall.
- Vereinzelt auch in den Hochbehältern.
- Erneutes Update erfolgt erst, wenn alle
Ergebnisse der Nachuntersuchungen vorliegen und/oder bei weiteren
Auffälligkeiten/Besonderheiten.
- Die Möglichkeit zur Desinfektion durch
den Betriebsführer ist aktuell auf „Standby“.
- Eine Entnahmeserie besteht aus 5
Reinwasser-Entnahmestellen (ON Schneeberg, ON Zittenfelden, ON Hambrunn,
HB Schneeberg, HB Hambrunn) und 2 Rohwasser-Entnahmestellen (Brunnen 1 und
2).
Weiteres geplantes Vorgehen:
- Reinigung und Desinfektion des
Hochbehälters Schneeberg am 28./29.05.2026.
- Überprüfung der Ultrafiltrationsanlage
und der UV-Desinfektionsanlage am 28.05.2026 durch die Fachfirma Mösslein,
Lohr am Main.
- Drei weitere Entnahmeserien am 29., 30.
und 31.05.2026 (Abstimmung mit Probenehmer Dr. Nuss läuft aktuell).
- Abkochverfügung wird weiterhin
aufrechterhalten.
Die Gemeinde informiert die Bürger über den aktuellen Sachstand mittels Homepage,
App der Odenwaldallianz, Facebook und als Bekanntmachung.
Am 28.05.26 wurde im Wasserwerk die Ultrafiltrationsanlage von der Fa.
Mösslein gereinigt und desinfiziert sowie eine neue UV-Lampe verbaut (Laufzeit
war erreicht).
Die linke Kammer des Hochbehälters Schneeberg wurde abgeschiebert und
entleert. Danach inspiziert, gereinigt und desinfiziert.
Die angeforderte Trübungsmessung war einwandfrei und ohne Befund.
Am 01.06.26 kamen die Ergebnisse vom 28.05.26+29.05.26. In den
Ergebnissen vom 29.05.26 zeigte sich wieder ein Befund am Hochbehälter, alle
anderen Messstellen waren ohne Befund und am 30.05.26 war wieder alles ohne Befund.
Am 01.06 fand daraufhin im Rathaus Schneeberg wieder ein Treffen mit
Herrn Gareus vom Gesundheitsamt, Herrn Matthè und Herrn Weber von den
Stadtwerken Buchen sowie dem Bürgermeister statt. Es wurde auch hier ein neuer
Maßnahmenplan erstellt.
Am 02.06.26 wurde die linke Kammer des Hochbehälters angefüllt und
überchlort, danach wieder abgelassen und neu gefüllt. Die Verbindungsleitung
für die Standmessung der beiden Kammern wurde entfernt und durch eine neue
VA-Leitung ersetzt. Die rechte Kammer im Hochbehälter wurde abgeschiebert und
entleert. Diese wird am Montag den 08.06.26 von der Fa. Mösslein inspiziert,
gereinigt und desinfiziert.
Heute 03.06.26 wurde eine neue mikrobiologische Beprobung aller
Messtellen durchgeführt. Sollten diese
Werte alle in Ordnung sein wird das Abkochgebot aufgehoben. Das Ergebnis wird vorrausichtlich
am Freitag bzw. Samstag erwartet.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, leider habe ich gleich zu Beginn meiner
Amtszeit ein solch nicht erfreuliches Ereignis bekommen. Wie Sie den ganzen
Ausführungen entnehmen konnten, haben wir als Markt Schneeberg umgehend
gehandelt. Ich bedanke mich hier bei den beteiligten Mitarbeitern der
Stadtwerken Buchen sowie dem verantwortlichen Gesundheitsamt in Person von Frau
Dr. Rückert sowie Herrn Gareus für die sehr gute und offene Zusammenarbeit.
Auch bei unserem Herrn Emrich der in den letzten Tagen auch vieles zu tun hatte
und rund um die Uhr verfügbar war.
Es war uns ein großes Anliegen die Sorgen und Ängste der Bürger ernst zu
nehmen. Eine hundertprozentige Abdeckung der Informationen ist sehr schwierig.
Wir haben verschiedene Kommunikationswege gewählt und haben bei der Verlängerung
des Abkochgebots auch persönlich und telefonisch zusätzlich informiert. Es
haben sich wirklich auch viele Bürger an der Weitergabe der Information
beteiligt, so soll es in einer Kommune auch sein. Auch hierfür mein Dank.
Die bakteriellen Befunde waren sehr niedrig aber es muss eine Null als
Grenzwert erreicht werden. Daher haben die angezeigten Maßnahmen immer die
höchste Priorität.
Ich hoffe jetzt auf ein gutes Ergebnis, damit das Abkochgebot wieder
aufgehoben wird.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Diskussionsverlauf:
1. Bgm. Wöber berichtet, dass bei Wasserrohrbrüchen „Rote Zettel“ in die Briefkästen der betroffenen Anwohner verteilt werden. Doch so manchen Zettel entdeckt man noch im Briefkasten, obwohl das Wasser schon abgestellt ist. Wir hätten auch über die Feuerwehr die Bevölkerung mit einer Information informieren können. Er möchte die Angelegenheit im Nachgang noch einmal besprechen. Die Maßnahmen waren gerechtfertigt, die Grenzwerte waren überschritten, wenn auch nur geringfügig.
GR Bauer erkundigt sich, ob beim Reinigen des Hochbehälters
etwas aufgefallen sei.
1. Bgm. Wöber nein, auch keine Ratte, wie jetzt zu
hören war.
2. Bgm. Ott teilt mit, dass sie sich als Privatperson gut informiert gefühlt hat. Für die Senioren würde sie vorschlagen, zukünftig über die Feuerwehr in den Abendstunden zu informieren.
GR Matt meint, wenn die Feuerwehr mit Blaulicht im Ort herumfährt glaubt er, dass die Leute in der heutigen Zeit auch in Panik geraten können.
1. Bgm. Wöber erklärt noch, dass das Gesundheitsamt kein Freund war von der Chlordosierung. Das Gesundheitsamt sagt, dass sich im Wassernetz ein Biofilm aufbaut hat, der dann vernichtet wird und es dauert lange, bis dieser Biofilm wieder aufgebaut werden kann.
GR Grimm sagt, er ist froh, dass wir die
Betriebsführung mit den Stadtwerken Buchen haben. Das wäre uns ansonsten auf
die Füße gefallen.
