TOP Ö 461: Sachstandsbericht über die Baumaßnahme in der Marktstraße

Sachverhalt:

(zuletzt Sitzung am 30.09.2016, lfd.Nr. 460.1)

Der Bauausschuss hat in der vergangenen Woche die Baustelle besichtigt und die Auswahl für die Farbe des Pflasters für den Gehsteig (ca. 400 qm) getroffen. Dabei entschied man sich für den Farbton „Herbstlaub“.

 

Wir befinden uns inzwischen mit der Verlegung des Kanals und der Wasserleitung in der Marktstraße wohl in der schwierigsten Phase. Eine Zufahrt über die Marktstraße zur Hambrunner und Zittenfeldener Straße ist nicht mehr möglich.

 

Der Hangweg dient derzeit weiterhin als Rettungsweg, auch wenn während des Tages der Schacht vor dem Hangweg für die Wasserentnahme geöffnet ist. Abends und während der Nacht ist der Schacht durch einen Kanaldeckel verschlossen. Bei einem Notfall wäre eine Durchfahrt durch den Hangweg für Ärzte und Rettungsfahrzeuge möglich. In gut einer Woche besteht diese Möglichkeit nicht mehr, da die Grabarbeiten dann unmittelbar vor der Einmündung des Hangweges erfolgen

 

Voraussichtlich ab Mittwoch, 26. Oktober, spätestens jedoch ab Anfang November werden die Bauarbeiten den Kreuzungsbereich Hambrunner-, Zittenfeldener- und Marktstraße erreichen, und die Fahrt von der Hambrunner Straße zur Zittenfeldener Straße wird dann nicht mehr möglich sein. Die Rettungsleitstelle alarmiert im Bedarfsfall ab diesem Zeitpunkt über Buchen den Notarzt bzw. Rettungswagen. Ein Feuerwehrauto wird zudem in der Zittenfeldener Straße abgestellt. Die Schüler von Zittenfelden und Hambrunn müssen während dieser Zeit von ihren Eltern nach Schneeberg gebracht werden und zu Fuß zur Bushaltestelle an der Kirche gehen.

 

Die Arbeiten verlaufen planmäßig, und es ist davon auszugehen, dass voraussichtlich bis Mitte November die Wasser- und Kanalverlegungsarbeiten in diesem Bereich abgeschlossen werden können.

 

Zwischenzeitlich sind die Schulstraße und der Bühlweg über die Ringstraße wieder zu erreichen. Der Dank des Bürgermeisters geht an alle Anwohner, die ihre Fahrzeuge im Ortsbereich parken und so einige Laufwege auf sich nehmen. Er hofft auch weiterhin auf deren Verständnis für die Unannehmlichkeiten bei diesen problematischen Verkehrsverhältnissen während der Bauphase.

 

Für die im Bereich der Baustelle befindlichen Anwesen wurden hinsichtlich der Müllabfuhr in den nächsten Wochen folgende Regelungen getroffen

 

a) Für die Anwesen der Schulstraße und dem Bühlweg gibt es keine weiteren

    Einschränkungen, mit Ausnahme der Abholung von Sperrmüll.

 

b) Für die Anwesen der Marktstraße, Hofweg und Kleiner Ring gelten die bisher
    festgelegten Müllsammelstellen.

c) Für die Ortsteile Hambrunn und  Zittenfelden, sowie für die Anwesen
    In der Steige, Hangweg, Hambrunner Straße und Zittenfeldener Straße erfolgt

    die Abholung der Papier- und Biotonnen am Dienstag, 25. Oktober und am
    Dienstag, 08. November wie bisher. Die Mülltonnen müssen spätestens um 7 Uhr
    am Abfuhrtag zur Abholung bereitstehen.
    Am Mittwoch, 2. November entfällt jedoch die Abholung der Restmülltonne.
    Die regelmäßige Abholung der Restmülltonne findet wieder ab 15. November statt.
    Sollte die Restmülltonne während dieser Zeit nicht ausreichen, können die Anwohner
    am 15. November einen zusätzlichen Sack/Behälter hinzufügen. Dabei müssen keine
    (kostenpflichtigen) Restmüllsäcke des Landkreises verwendet werden.

 

d) Die Sperrmüll-/Altholz-/Altschrott- und Elektrogroßgeräteabholung findet erst
    wieder im Dezember im gesamten Baustellenbereich statt. Die genauen Termine teilt das
    Landratsamt Miltenberg zu einem späteren Zeitpunkt mit.

 

Hinsichtlich der vom Gemeinderat angeregten Verkehrskontrollen auf dem Radweg fand zwischenzeitlich ein Gespräch mit der Polizeiinspektion Miltenberg und dem Zweckverband „Kommunale Verkehrsüberwachung“ statt. Dabei hat die Polizei gelegentliche Präsenz am Radweg zugesagt. Eine Geschwindigkeitskontrolle ist jedoch auf einem gemischt genutzten Radweg nicht möglich. Der Radweg müsste als öffentliche Straße erklärt werden, um dann eine wirksame Kontrolle der zu schnell fahrenden Fahrzeuge durchführen zu können. Erforderlich wäre auch die Anbringung entsprechender Verkehrszeichen „20 km/h – Höchstgeschwindigkeit“.

 

Der Messtechniker vom Zweckverband „Kommunale Verkehrsüberwachung“, Herr Hohmann, hat vorgestern das Verkehrszählgerät aufgehängt. Dieses befindet sich an einem Baum an der Strecke in Höhe des Spielplatzes. Er hat die Situation eine Zeitlang beobachtet und dabei festgestellt, dass nicht viele Fahrzeuge auf dieser Strecke gefahren sind, die meisten Kraftfahrer langsam fuhren, einige jedoch bei freiem Streckenverlauf durchaus schneller fuhren.

Bei einer sichtbaren Messung auf freier Strecke war auch offensichtlich, dass in diesem Bereich die Geschwindigkeit in den meisten Fällen deutlich reduziert wurde.

Da die Zufahrt zur Schulstraße und zum Bühlweg nun für die Anlieger wieder über die Ringstraße möglich ist, erübrigen sich fortan Geschwindigkeitskontrollen auf dem Radweg.

 

Der Vorsitzende verliest noch ein Schreiben der Eheleute Peter und Elisabeth Kuhn, In der Steige 9, in dem sie ihr Unverständnis über die den Anwohnern und Bürgern von Schneeberg zugemuteten Unannehmlichkeiten während der Bauphase zum Ausdruck bringen. Vorrangig geht es ihnen dabei um die ihrer Meinung nach unzureichende ärztliche Notversorgung sowie die gänzlich fehlenden Zufahrtsmöglichkeiten für den Bereich Zittenfeldener Straße / In der Steige.

Bürgermeister Kuhn hat in einem Antwortschreiben die getroffenen Regelungen hinsichtlich der notärztlichen Versorgung nochmals eingehend dargelegt und um Verständnis für die derzeitigen Beeinträchtigungen gebeten. Trotz intensivem Bemühen war es nicht möglich, eine geeignete und vertretbare Umfahrung zu finden, welche den hierfür geltenden Richtlinien entspricht und die erforderliche Verkehrssicherheit gewährleistet.


Diskussionsverlauf:

Zu der sich seinen Ausführungen anschließenden Diskussion begrüßt Bürgermeister Kuhn die gut 30 anwesenden Anwohner aus dem Umfeld der Baustelle. Diese äußern sich sehr leidenschaftlich zu den vorzufindenden Unannehmlichkeiten bei der Planung und Durchführung der Baumaßnahme. Im Wesentlichen werden dabei folgende Kritikpunkte erörtert:

 

Ø  Problembereich: Informationspolitik der Gemeinde
Die Anwohner beschweren sich darüber, in der Vergangenheit zu wenig Informationen über den Bauverlauf erhalten zu haben. So wurde bislang keine richtige Informationsveranstaltung abgehalten und auch hinsichtlich des voraussichtlichen Bauzeitenplanes nur spärliche Informationen nach außen gegeben. Von allen Betroffenen werden künftig zeitnahe und umfassende Informationen über die Baumaßnahme gefordert. Auch das Internet wird als mögliche Informationsquelle angesprochen.

Ø  Problembereich: Durchfahrt durch den Hangweg
Insbesondere im Einmündungsbereich zur Marktstraße wird die Passage mit einem Kinderwagen als sehr beschwerlich empfunden. Auch die Durchfahrt mit dem Pkw gestaltet sich wegen der Verkehrsführung der Straße sehr problematisch. Die Errichtung einer vorgeschlagenen Behelfsabfahrt zwischen dem Anwesen Dietmar Kuhn und der Kleiderfabrik Kuhn wird jedoch als zu steil und zu teuer erachtet.

Ø  Problembereich: Durchfahrt auswärtiger Fahrzeuge
Immer wieder wird beklagt, dass trotz der angebrachten Verbotsschilder mehrere auswärtige Fahrzeugführer die innerörtliche Umleitung für die Anwohner zur Durchfahrt nach Zittenfelden nutzen. Das hat in letzter Zeit teilweise zu erheblichen Konfrontationen mit den Anwohnern geführt.

Ø  Problembereich: Zeitpunkt der Bauausführung
Es wird bemängelt, dass die Bauarbeiten trotz der langen Vorlaufphase in den Herbst- und Wintermonaten und nicht in den witterungsbedingt wesentlich geeigneteren Sommermonaten stattfinden. Während der Ferien- und Urlaubszeit wären die Beeinträchtigungen geringer empfunden worden. Nunmehr befürchten die Bürger Verzögerungen aufgrund des schlechten Wetters.
Herr Bernd Eilbacher vom Ing. Büro Eilbacher teilt mit, dass mit den Arbeiten sehr wohl im Sommer begonnen wurde, jedoch aus technischen Gründen zuerst im Hofweg.

Ø  Problembereich: Personalumfang und Arbeitszeit
Die Anwohner sind verwundert darüber, dass die Baufirma regelmäßig nur mit einem Personaleinsatz von vier Mann vor Ort ist und die Arbeiten nicht im Mehrschichtbetrieb sowie an den Wochenenden durchgeführt werden.
Herr Eilbacher erklärt, dass die räumliche Enge der Baustelle keinen größeren Personaleinsatz rechtfertigt und Mehrarbeit durch Schichtbetrieb sowie Arbeiten am Wochenende die Maßnahme wesentlich verteuern würden und zudem aus arbeitsrechtlichen Gründen sehr problematisch seien.

Ø  Problembereich: Mangelhafte Beleuchtung an kritischen Stellen
Von mehreren Anwohnern wird die fehlende Beleuchtung entlang des Radweges insbesondere während der frühen Morgenstunden kritisiert. Auch seien einige Stellen entlang der Umleitungswege nur mangelhaft ausgeleuchtet. Zur Sicherheit insbesondere der Fußgänger wird darum gebeten, an kritischen Stellen kurzfristig eine behelfsmäßige Beleuchtung, beispielsweise durch Strahler mit Bewegungsmelder, einzurichten.

Ø  Problembereich: Postzustellung
Mehrere Anwohner beklagen die derzeit mangelhafte Zustellung von Postsendungen. Diese treffen zum Teil mit erheblichen Verzögerungen ein.

Der Bürgermeister und mehrere Mitglieder des Marktgemeinderates betonen, dass sie die Kritik der Anwohner sehr ernst nehmen. Sie appellieren jedoch auch an die Solidarität aller Betroffenen und bitten weiterhin um Verständnis für die entstehenden Unannehmlichkeiten, die im Verlauf einer derartigen Baumaßnahme leider unumgänglich seien. Man habe bereits in der Zeitung, im Mitteilungsblatt und in zwei Schreiben die Anlieger informiert und werde auch weiterhin, soweit möglich, zeitnah informieren. Die Beleuchtung am Weg zwischen dem Friedhof und der Kleiderfabrik Kuhn und am Hangweg werde man zeitnah verbessern.